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LPRS>>on tour: Krise und Kultur in der sächsischen Landeshauptstadt
Datum: 28.11.2009 bis 29.11.2009
Ort: Dresden
Am letzten Novemberwochenende hat der LPRS eine seiner berühmt-berüchtigten Exkursionen unternommen. In Dresden erwartete uns Fachliches zur Krisenkommunikation, Kulturelles zur Geschichte der sächsischen Landeshauptstadt und ein Glühwein zur Einstimmung auf den ersten Advent.
Kurzfristig eingesprungen, öffnete uns Joachim Kuss am Samstagmorgen die mondäne Tür zur Dresdener Pleon-Dependance. Kuss, studierter Theologe und klassischer PR-Quereinsteiger, ist seit 2000 bei Pleon beschäftigt und betreut seit nunmehr fünf Jahren bundesweit Kunden in Krisen.
Und so profitiert er als einer der wenigen von der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise, die seiner Auffassung nach eine Vertrauenskrise sei, denn: „Ohne Vertrauen funktioniert keine Wirtschaft, funktioniert kein Finanzmarkt. Und dann sind wir bei der Unternehmenskommunikation, denn bei Kommunikation geht es um Vertrauen.“ Vertrauen zurück zu gewinnen, sei deshalb die große Herausforderung einer derartigen Krise. Kuss rät den Kommunikatoren daher dazu, aufrichtige Einschätzungen und einen authentischen Kurs zu kommunizieren, an dem sie sich messen lassen könnten. Darüber hinaus sollte die Unternehmenskommunikation intern dialogische Prozesse implementieren und beibehalten. Diese könnte sich nach der Krise, so Kuss, zu einem Wettbewerbsvorteil entwickeln. So könnte die Wirtschafts- und Finanzkrise zu einem veränderten Kommunikationsverhalten führen.
Vor dem Hintergrund der Vertrauenskrise und der Implementierung sensibler dialogischer Prozesse, kommt Kuss auf das angespannte Verhältnis von PR-Agenturen und Unternehmensberatungen zu sprechen. Letztere seien aufgrund ihres mechanischen Verständnisses insbesondere nicht für solche dialogisch angelegten Kommunikationsdienstleitungen geschaffen. Er hegt die leise Hoffnung, dass sich die Bedeutung der beiden Beratungstypen langfristig angleichen könne. Dazu, so Kuss, bedarf es jedoch eines offensiveren Auftretens der PR-Agenturen.
Nach dem fachlichen Teil der Exkursion erwartete uns nachmittags der kulturelle Programmpunkt im Dresdener Panometer. Yadegar Asisi hat nach Vorlagen des italienischen Künstlers Canaletto ein 360 Grad-Panorama auf das barocke Dresden im Jahr 1756 entworfen. In einem ehemaligen Gasspeicher kann man von dem Turm der katholischen Hofkirche den letzten Tag vor dem Siebenjährigen Krieg erleben, der sich durch Kanonenschläge im Hintergrund akustisch bereits ankündigt.
Unser Abendprogramm gestaltete sich zum Glück friedlicher. Nach einem Glühwein zur Einstimmung auf den ersten Advent und einem Bummel durch die historische Altstadt, haben wir die Nacht mit einem guten Essen und zwei, drei Bier in der Dresdener Neustadt ausklingen lassen.
Jan-Helge Weimann
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