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WISSENschafftPRAXIS: Das Ende der Schonzeit - Politisierung der Finanzkommunikation
Datum: 19.05.2010
Referent: Hans Ulrich Helzer (Geschäftsführender Gesellschafter, ergo Kommunikation)
Ort: Neues Seminargebäude, Raum 420
Uhrzeit:
19:00 Uhr
Finanzkommunikation – spannend wie nie
Wie schafft man es, im Spannungsfeld von Wirtschaft, Finanzen und Politik als Kommunikationsberater erfolgreich zu sein? Wie geht man mit Interessenskonflikten und Loyalitäten um? Und wie bringt man Emotionalität und Empathie in die Welt der Zahlen? All diese Fragen standen im Mittelpunkt des WISSENschafftPRAXIS am 19. Mai mit Hans Ulrich Helzer. „In Zeiten wie diesen sind Wirtschaft, Finanzen und Politik so spannend wie nie“, machte der Geschäftsführer von ergo Kommunikation die Teilnehmer gleich zu Beginn neugierig auf das Thema. Helzer ist einer der Gründer der Agentur, die zu den führenden Kommunikationsberatungen in Deutschland gehört, und berät Unternehmen, Verbände und politische Institutionen.
>>Vorsicht vor falschen Freunden
„In der Finanzwelt zählen oft nur Fakten, Zahlen und sachliche Argumente“, so Helzer. Wer zusätzlich gute Beziehungen zur Politik pflegt, der wähnt sich auf der sicheren Seite. „Das ist allerdings zu kurz gedacht.“ Die Ursache liege auf der Hand: Sobald es um Sparkurse, Entlassungen oder die Höhe von Managergehältern gehe, könne die Stimmung allzu schnell umschlagen. Ein Investor gerät in die Schusslinie negativer Medienberichterstattung und wird zur „Heuschrecke“, aus Klischees werden Urteile, aus einer sachlichen Argumentation eine „Herz- und Bauchschlacht“. Wer sich dann nur auf seine guten Beziehungen verlässt, der sei schnell verlassen. Deshalb sei es in solchen Fällen wichtig, ein Gefühl dafür zu haben, wie Politik funktioniert. „Für die Politik geht es um Wählerstimmen. Da kann es schon mal sein, dass ein gutes Verhältnis über Nacht nichts mehr wert ist“, erklärte Helzer. Dies sei häufig Neuland für die Finanzwelt. Eine Bagatelle könne deshalb schnell zum ernsthaften Problem werden.
>>Klienten strategisch „rüsten“
Was rät der Experte seinen Kunden in solchen Krisensituationen? „Ehrlich sein, Gesprächsbereitschaft zeigen und Emotionen und Macht der Medien nicht unterschätzen.“ Eine „vernunftbegabte Beratung“ müsse dem Kunden deutlich machen, dass in den Medien andere Denkmuster vorherrschen. „Da kann die Faktenlage noch so gut sein, was zählt sind Sympathien.“ Helzer versucht dann durch eine gute Vorbereitung auf den Umgang mit Journalisten und eine strategische Herangehensweise seine Kunden in allen Disziplinen für die „Schlacht“ zu rüsten.
>>Von PR-lern und Journalisten
Bei der Beratung seiner Kunden im Umgang mit Politik und Medien hilft Helzer sicherlich manchmal seine Vergangenheit als Journalist. Für die besseren PR-ler hält er Journalisten aber nicht immer. Was Bewerber bei ihm mitbringen müssten, sei Neugierde, Offenheit, Wissenshunger und Flexibilität – sagte er zum Abschluss und freut sich auf die Kooperation mit dem LPRS als neuer Förderer. (Katharina Simon)
VIDEO >> Zum LPRS Interview mit Hans Ulrich Helzer:
http://www.youtube.com/watch?v=aIW0n9CERro
FOTOS >> Unsere Bilder von der Veranstaltung:
http://www.flickr.com/photos/lprs/sets/72157624029332849/
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