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WISSENschafftPRAXIS: Trend zur Transparenz - Wie Unternehmen im Glashaus-Zeitalter kommunizieren
Datum: 16.01.2012
Referent: Dr. Volker Klenk (Managing Partner Klenk&Hoursch AG)
Ort: Neues Seminargebäude, Raum 420
Uhrzeit:
19.00 Uhr
Am 15. Januar kürte die Welt am Sonntag „Transparenz“ zum Wort der Woche – einmal mehr wird klar, dass es sich hierbei um ein hochaktuelles Thema handelt. Auch Dr. Volker Klenk, Managing Partner bei der Klenk & Hoursch AG, ist der Ansicht, dass Transparenz eine immer größere Rolle für die Gesellschaft, die Medien und somit auch für Unternehmen spielen wird. In einem Vortrag der Reihe WISSENschafftPRAXIS erläuterte Klenk den Leipziger Public Relations Studenten und zahlreichen Gästen die Bedeutung von Transparenz für Unternehmen und ging dabei besonders auf die Transparenzstudie 2011 ein, die er mit durchgeführt hat.
>> Offene Kommunikation als Vertrauensfaktor
Gespannt lauschten die Leipziger Public Relations Studenten und zahlreiche Gäste dem Vortrag von Dr. Volker Klenk, Managing Partner bei der Klenk & Hoursch AG. Zur ersten Veranstaltung der Vortragsreihe WISSENschafftPRAXIS im Jahr 2012 referierte Klenk zum Thema „Trend zur Transparenz – Wie Unternehmen im Glashaus-Zeitalter kommunizieren“ und stellte dabei fest, dass das Thema besonders im politischen Bereich bereits die Presse beherrscht. Immer mehr Verbraucher und Organisationen fordern diese „Durchsichtigkeit“ von Unternehmen und deren Produkten. Doch was ist Transparenz und welche Rolle spielt sie für Unternehmen?
Transparenz wird durch eine aktive, offene Kommunikation von Unternehmen, die zudem unaufgefordert passiert und sich auf wahre und wichtige Informationen bezieht, hergestellt. „Jedes unternehmerische Handeln ist öffentlich” – so lautet das Glashaus-Axiom, das Klenk formulierte. Zwar sei Transparenz kein Muss für Unternehmen, aber eine strategische Option zur Konfliktreduktion und aktives Reputationsmanagement. Denn umso transparenter sich Unternehmen präsentieren, desto größer ist das Vertrauen der Kunden und Verbraucher ihnen gegenüber.
>> Corporate Transparency: Hype, Irrweg oder Erfolgsfaktor?
„Wir leben im Zeitalter der Transparenz.“, so Klenk. Transparente Menschen fordern transparente Produkte von transparenten Unternehmen. Demnach ist Transparenz kein Hype, der nur kurzzeitig aktuell ist. Doch umfassende Untersuchungen zum Thema sind bisher rar.
Diesen Mangel an empirischen Daten nahm die Agentur Klenk&Hoursch zum Anlass, eine bevölkerungsrepräsentative Befragung durchzuführen, an der rund 3000 Personen teilnahmen. Die Studie erfasste Transparenzerwartungen und -einschätzungen von Verbrauchern. Ein zentrales Ergebnis ist, dass Transparenz vor allem zu einem führt: Vertrauen. Das wiederum beeinflusst das Image des Unternehmens positiv und kann damit auch den Erfolg hinreichend bestimmen. Weiterhin konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen Transparenz und Sympathie festgestellt werden. So zählen die Unternehmen, die als besonders transparent bewertet wurden, überwiegend auch zu den als sympathisch wahrgenommenen Unternehmen. Besonders in der Lebensmittel- und Energiebranche, aber auch in der Pharmaindustrie und im Finanzbereich wird von den Unternehmen eine transparente Kommunikation erwartet. Aber nicht nur für Kunden ist Transparenz von großer Bedeutung. Die Studie konnte nachweisen, dass eine hohe Transparenz die Mitarbeiterzufriedenheit hinreichend beeinflusst. Umso höher die Transparenz eines Arbeitgebers eingestuft wird, desto wohler fühlen sich die Mitarbeiter im Unternehmen.
>> Risikominimierung durch Transparenz
Traditionell bekommen alle Mitglieder des LPRS e.V. und Gäste der Veranstaltung nach dem Vortrag die Möglichkeit zur Diskussion. Auch dieses Mal gab es zahlreiche Fragen und Hinweise. So stellte sich die Frage, ob Transparenz das Risiko der kritischen Nachfrage minimiere. In der Tat führe eine hohe Transparenz zur Risikominimierung, denn wenn ein Unternehmen von sich aus umfassende Informationen anbiete, gebe es oftmals weniger Nachfragen, so Klenk. Jedoch sollten die Unternehmen den Verbraucher nicht mit zu vielen Informationen „beladen“. Es gehe vielmehr um Reduktion von Komplexität, so dass der Kunde oder Mitarbeiter das Gefühl bekommt, Bescheid zu wissen.
Zudem kam die Frage auf, ob ein intransparentes Unternehmen zwingend weniger erfolgreich ist. Zwar sei Intransparenz ein Risikofaktor, jedoch zeigen verschiedene Unternehmen, dass sie auch mit einer weniger aktiven Kommunikation Erfolg haben können. „Da gibt es einfach keine kritischen Stakeholder“, kommentierte Klenk das Problem. Auch führe Transparenz nicht automatisch zu Erfolg, so Klenk weiter. Festzuhalten bleibt: Die Relevanz einer transparenten Kommunikation nimmt stetig zu. Für Unternehmen bringt eine aktive Kommunikation vor allem Vorteile: Neben Vertrauen und einer Differenzierung im Wettbewerb kann Transparenz eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenloyalität bewirken.
von Sarah Marschlich (B.A. Kommunikations- und Medienwissenschaften)
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