Am 19. Mai ging der Karrierekompass Kommunikation in die zweite Runde: In Kooperation mit der Deutschen Public Relations Gesellschaft e. V. (DPRG) lud der LPRS e.V. zum digitalen Format „Lebensläufe im Check" ein. Julia Baz Bartels, HR Director der Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch AG, gab praxisnahe Tipps, wie Bewerbungsunterlagen sowohl menschliche Recruiter als auch KI-gestützte Auswahlsysteme überzeugen. Im Anschluss an den Impulsvortrag stellten die Teilnehmenden in einer offenen Diskussionsrunde eigene Fragen zu ihren Lebensläufen.
Schwache Konjunktur, steigender KI-Einsatz im Recruiting: Der Bewerbermarkt ist aktuell kein leichtes Terrain für Berufseinsteiger:innen in der Kommunikationsbranche. Umso wichtiger ist es, mit den eigenen Unterlagen sowohl bei Algorithmen als auch bei Menschen zu punkten. Julia Baz Bartels brachte aus ihrer Praxis als HR Director zentrale Erkenntnisse mit, die wir im Folgenden zusammengefasst haben:
1. Das Ziel: HR soll dich unbedingt kennenlernen
Am Ende des Bewerbungsprozesses zählt nicht nur, was im Anschreiben, CV, in Zeugnissen oder Arbeitsproben steht, sondern vor allem, was diese Unterlagen über die Person dahinter verraten. Drei Leitfragen helfen, den eigenen Mehrwert klar zu zeigen: Was kann ich richtig gut? Wie kann ich das Team oder die Abteilung bereichern? Und weshalb bin speziell ich ein guter Fit für die Stelle?
2. Klares Layout statt verschachtelter Tabellen
Sowohl Recruiter als auch KI-gestützte Systeme lesen Lebensläufe am liebsten übersichtlich: ein klares Layout ohne Tabellen, dafür mit eindeutigen Zwischenüberschriften wie Ausbildung oder Studium. Wer den CV in Tabellenform baut, läuft Gefahr, dass Inhalte von der Software falsch zugeordnet oder gar nicht erfasst werden.
3. Stichpunkte statt Fließtext – mit den richtigen Keywords
Kurze, prägnante Stichpunkte sind besser lesbar als lange Textblöcke. Wer dabei gezielt die Keywords aus der Stellenanzeige aufgreift, erhöht die Chance, von automatisierten Vorauswahlsystemen erkannt zu werden, und bleibt auch beim menschlichen Gegenüber präsenter im Gedächtnis.
4. Erfolge messbar machen
Statt reiner Aufgabenbeschreibungen lohnt sich der Blick auf konkrete, quantifizierbare Ergebnisse aus Praktika und ersten Berufserfahrungen. Wie viel Reichweite wurde erzielt, wie viele Projekte erfolgreich umgesetzt, welche Ergebnisse lassen sich in Zahlen fassen? Das schafft Vertrauen.
5. Lückenlose und vollständige Chronologie
Die neueste Station gehört an den Anfang, alle Stationen brauchen vollständige Zeitangaben mit Monat und Jahr. Auszeiten oder Lücken im Lebenslauf sind kein Problem, solange sie kurz erklärt werden.
6. Der Kategorien-Check
Vor dem Versenden lohnt sich ein Abgleich: Decken die eigenen Erfahrungen und Skills tatsächlich die in der Stellenanzeige genannten Anforderungen ab? Ein gezielter Kategorien-Check deckt Lücken auf oder zeigt, wo eigene Stärken noch deutlicher herausgearbeitet werden können.
7. Vorsicht mit Icons, Diagrammen und Grafiken
Visuell aufbereitete Skill-Level oder Sprachkenntnisse wirken auf den ersten Blick ansprechend, werden von KI-Systemen aber nicht immer zuverlässig erfasst. Kenntnisse und Expertise sollten deshalb zusätzlich oder besser direkt in Textform verschriftlicht werden.
8. Persönlichkeit zeigen, aber zum richtigen Zeitpunkt
Kreativität und Persönlichkeit gehören in den Lebenslauf nur in Maßen. Besser aufgehoben sind sie in einer zweiten, individuelleren Variante der Unterlagen, im Anschreiben oder im persönlichen Gespräch.
9. Anschreiben, Arbeitsproben und Zeugnisse mitdenken
Auch die Begleitunterlagen brauchen einen Check: Ist das Anschreiben prägnant, aktiv formuliert und individuell auf Stelle und Unternehmen zugeschnitten? Liegen Arbeitsproben mit der nötigen Verwendungserlaubnis vor und lassen sich Referenzen nennen? Und sind die Zeugnisse vollständig und ordentlich aufbereitet?
10. Die Basics nicht unterschätzen
Am Ende entscheiden oft die Kleinigkeiten: eine korrekte Adresse und der richtige Ansprechpartner, ein professionelles oder bewusst kreatives Foto, richtig verlinkte und gepflegte Social-Media-Profile, eine realistische Selbsteinschätzung bei Sprach- und Programmkenntnissen; und ein letzter Check auf Tippfehler, gerne mit Unterstützung von KI-Tools oder klassischer Rechtschreibprüfung.
Lebensläufe im Check: Karrierekompass Kommunikation, eine Veranstaltung im Rahmen der Kooperation zwischen LPRS e.V. und DPRG e.V..
Ein großes Dankeschön geht an Nina Höhler und Jenny Köhler für die Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung sowie an Julia Baz Bartels für ihre wertvollen Praxiseinblicke! Besonders die abschließende Diskussionsrunde, in der die Teilnehmenden eigene Fragen zu ihren Lebensläufen einbringen konnten, kam sehr gut an. Der Karrierekompass Kommunikation geht schon bald weiter – wir freuen uns auf die nächsten Termine mit der DPRG!

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